Lange Zeit galt das Hostel (auf Deutsch nicht ganz zutreffen Jugendherberge genannt) als die billigste Möglichkeit zu übernachten. Ein Hostel bietet keinen Luxus, meistens schläft an in Stockbetten, die Toiletten und Bäder werden mit anderen Gästen geteilt, und zumindest in vielen Urlaubsländern in Asien, Südamerika und Afrika hat man es auch nicht so mit der Sauberkeit. Wer ruhig schlafen will, ist hier auch fehl am Platz, viele Gäste kommen erst spät in der Nacht von ihren Partytouren zurück oder unterhalten sich stundenlang.

Doch moderne Hotels räumen mit diesen Vorurteilen jetzt auf. Hotels werden plötzlich wieder beliebt und nicht nur bei Reisenden mit einem kleinen Geldbeutel. Alles was die Betreiber gemacht haben ist den Standard etwas erhöht, die Wände neu gestrichen und sich einen klar definierten Markt gesucht. So gibt es zum Beispiel Designer-Hostels oder Art-Hostels, die Ausstellungen veranstalten und die Zimmer mit Werken von lokalen Künstlern schmücken.

Ein weiterer neuer Trend sind die Poshtels: Der Name setzt sich zusammen auch Hostel und dem englische Wort Posh, was übersetzt vornehm bedeutet. Im Poshtel kann man sich ein Zimmer teilen, es werden aber auch Einzelzimmer angeboten. Die Ausstattung ist einfach aber modern. Es gibt kostenloses High-Speed-Internet und eine ausreichende Zahl an Ladestationen für elektronische Geräte, und meistens auch ein Frühstücksangebot.

Neue Art des Reisens

Die Zielgruppe in den Großstädten sind urbane Reisende, die eine oder zwei Nächte in der Stadt bleiben und lediglich ein Bett und ein Dach über dem Kopf suchen, dabei aber auf ein Minimum an Luxus nicht verzichten wollen. Der Vorteil eines Poshtel ist außerdem, dass man meistens gleichgesinnte findet, während ein Hotel meistens mit Touristen und Geschäftsleiten aller Alters- und Einkommensgruppen gemischt ist.

In Urlaubsregionen sind Poshtels mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz für Pensionen und 2-Sterne-Hotels geworden, auch weil sie ein besonderes Urlaubserlebnis versprechen. Im Hostel lernt man andere Reisende kennen, und in den etwas besser ausgestatteten Hostels steigt auch die Qualität jeder Reisender. Deswegen findet man auch immer mehr Gäste in den 40er und 50er, die nur ein sauberes Bett für ein Nacht brauchen und ihr Geld lieber für Ausflüge ausgeben.

Millenials geben mehr Geld aus

Billig sind die neuen Hostels nicht: In den USA zahlt man für einen Zimmer das man sich mit anderen teilt, 30 Dollar, und ein Einzelzimmer im Poshtel kann schon mal 200 Dollar pro Nacht kosten. Reiseexperten haben die neuen Hostels bereits zur Standard-Übernachten der Millenials erhoben, die auf eigene Faust die Welt erkunden. Die Reisen mit Rollkoffer und Mobil-Telefon, wollen andere Menschen kennenlernen aber auch nicht auf bestimmte Standards verzichten. Sie haben mehr Geld als der klassische Rucksackreisende, geben es aber auch bewusster aus. Viele Hostels bilden auch Gemeinschaften und ziehen dann Compuernerds, Künstler oder Musiker an, die dann auch zusammen arbeiten.

Author emma
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Categories Die neuen Hostels